Mittwoch, 28. Juni 2017

DANKE!♥



Heute darf ich mich ganz, ganz herzlich bei Alles für Selbermacher bedanken. Kurz vor meiner Abreise nach Lesbos kam mir die Idee, Label für die Upcycling-Produkte von Lighthouse machen zu lassen, und ich habe bei Alles für Selbermacher wegen einer Kooperation angefragt. Eigentlich hatte ich mir gedacht, dass wir uns die Kosten für die Label vielleicht teilen könnten, aber Alles für Selbermacher war so nett und großzügig, gleich die Kosten für alle 1000 Stück selbst zu übernehmen. DANKE DANKE DANKE!!!♥♥♥ So toll von euch!
Nach einer langen Postreise sind die Label nun endlich in Skala Sikamineas angekommen, haben dort für große Begeisterung gesorgt und Nikos konnte schon einige auf Probetaschen aufnähen. Sieht super aus, finde ich!
Gerade gestern fand eine Vorbesprechung für eine neue Kooperation zwischen Lighthouse und einem Camp der Caritas statt, in deren Rahmen auch wieder Taschen aus Dinghies/Lifejackets genäht werden sollen. Da kommen unsere tollen Label gerade recht! Vielen herzlichen Dank! Ευχαριστώ πολύ!

Dienstag, 13. Juni 2017

Lesbos mit Lighthouse Relief, 23.5.- 6.6.




Auch in diesem Jahr habe ich wieder zwei Wochen "glückliche Auszeit" von meiner Alltags-Verantwortung genommen und statt Büro und Familie in Österreich zwei Wochen bei einer NGO in Griechenland mitgearbeitet, dieses Mal bei Lighthouse Relief im Norden von Lesbos im winzigen Dorf Skala Sikamineas.
Zwei Wochen lang habe ich dort Spotting gemacht (Ausschau halten nach ankommenden Flüchtlingsbooten: tagsüber mit dem Teleskop oder nachts mit dem Nachtsichtgerät), im Landing Team auf hereinkommende Alarmrufe gewartet, um beim entsprechenden "Biep" an die genannte Stelle zu laufen, von wo wir mit dem Auto zu eben gelandeten Refugees brausten; im Eco Team beim Beach Cleaning mitgemacht und beim Upcycling recht viel genäht.


Vom Spotting zeige ich nicht viele Bilder, weil es bildtechnisch eher unspektakulär ist (aufs Meer starren ...), und den lustigen Funkverkehr, der ebenfalls belauscht wird (This is NATO warship calling Frontex vessel for radio check. Over. etc), kann man leider nicht mitschneiden. Von den Landings zeige ich kaum Bilder, weil ich so schüchtern bin und die Leute nie fragen wollte, ob es eh ok ist, wenn ich sie fotografiere. (Obwohl ich umgekehrt immer wieder von ihnen gefragt und fotografiert wurde.)






Aber! Das hier ist ja ohnehin in erster Linie ein Nähblog! Also kann ich eine Menge Bilder vom Nähen zeigen. Fürs Upcycling von Schwimmwesten- und Dinghy-(Schlauchboot)-Material hatte ich vor meiner Abreise schon nach Schnitten gesucht und dankenswerterweise großzügige Unterstützung von Farbenmix bekommen.♥♥♥ Upcycling-Manager Nikos hat sich über die Schnitte und CDs von euch riesig gefreut!






In meinen dienstfreien Zeiten bzw. während der Landing-Dienst-Bereitschaft habe ich mich dann zögerlich mit der Industrie-Leder-Nähmaschine vertraut gemacht. Nikos hat mir geduldig alles erklärt, trotzdem habe ich allerhand Mist gebaut und vor allem in der ersten Woche mehr Zeit mit technischen Problemen als mit Nähen verbracht. Insbesondere, als Nikos einige Tage nicht da war, mir eine Nadel abgebrochen ist und ich dann schlauerweise die neue Nadel, natürlich ohne es zu wissen, verkehrt herum eingeschraubt habe, weil ich nur auf den oberen Teil der Nadel geachtet hatte (Industriemaschinen verwenden ja Rundkolben- und nicht Flachkolbennadeln. Aber am unteren Teil der Nadel gibt es auf einer Seite eine Einkerbung, könnte man ruhig bemerken ...). Und dann habe ich noch Unmengen an Versuchen gebraucht, bis ich es geschafft habe, ganz alleine den Unterfaden richtig aufzuspulen (wird an einer extra Apparatur rechts von der Maschine gemacht).




Beim Arbeiten mit Dinghy habe ich zuerst draußen aus den riesigen Bootsteilen meine gewünschten Teile zugeschnitten, dann alles, da meistens ziemlich schmutzig, gründlich mit Schlauch und Bürste gereinigt und zum Trocknen am Zaun aufgehängt. :-) Später waren Stylefix und Klammern willkommene Helfer.




Insgesamt habe ich in den zwei Wochen zwischendurch 21 Teile genäht. Meine "Mission" war es vor allem, Prototypen anzubieten, auf deren Basis in Zukunft in einem der Flüchtlingslager auf Lesbos Produkte aus Booten und Schwimmwesten Produkte hergestellt werden können.
Zuallererst habe ich eine "LustUNDLaune"-Tasche von Farbenmix probiert, um Material und Maschine kennen zu lernen. Dann habe ich einen ersten Versuch für einen einfachen Rucksack mit Krempel-Verschluss gemacht (ein Rucksack stand ganz oben auf der Wunschliste von Lighthouse), zwei zusammenklappbare Kissen und ein Utensilo (ein Versuch, auch das Innenmaterial der Westen sinnvoll zu verwenden). Von meinem Rucksack-Modell durfte ich dann gleich fünf Stück als Geschenk für die Crew des Rettungsbootes von "Pro Activa" nähen, die Lighthouse dankenswerterweise immer wieder beim Abtransport des eingesammelten Mülls von schwer zugänglichen Stränden helfen.





Gegen Ende der zweiten Woche, als ich schon recht gut mit der Nähmaschine zurecht kam, habe ich mich wieder an meine alten Fähigkeiten aus Österreich erinnert ;-) und es mit Applizieren versucht ... natürlich nicht allzu kompliziert. So sind noch einige "Joker"-Bade/Einkaufstaschen und noch ein paar Lust-und-Laune-Taschen entstanden.




Alle diese Taschen&Co sind nun in Skala Sikamineas bei Lighthouse geblieben, die meisten als Vorlage für weitere Produkte, manche für andere Volunteers.
Ich habe mir einen großen Koffer voll Material mitgenommen und werde nun an den Wochenenden alles zu Taschen verarbeiten, die ich dann über Instagram/Facebook oder den Blog zum Verkauf anbieten werde, um den Gesamterlös wiederum an Lighthouse Relief zu spenden.

Was fehlt jetzt noch? Natürlich Cat Content. ;-)
Als ich im Spätwinter bei meinem Mann angefragt habe, ob es ok wäre, wenn ich wieder nach Lesbos fahre, hat er sofort geantwortet: Aber nur, wenn du versprichst, keine Katze mitzubringen. Tja, schade. Ok. Aber die griechischen Kater vom Vorjahr haben sich nie mit den österreichischen Katzen zusammengerauft und wir leben nun schon ein ganzes Jahr in einem geteilten Haus, da machen noch mehr Katzen nicht so viel Sinn.
Aber! Direkt vorm Lighthouse Office gab es eine graue Katzenmama mit zwei roten Babys♥♥ ... da hatte ich jeden Tag sehr viel Freude beim Beobachten, Kuscheln und Spielen!




Der hier ist angeblich der Papa ... den hätte ich auch sehr gerne mitgenommen - ein riesiger Kerl!




Weil mir Tiere sehr am Herzen liegen und ich dieses Jahr keine weiteren adoptieren konnte, habe ich Rebecca aus Mytilini, die mir letztes Jahr beim Mitnehmen der beiden Kater sehr geholfen hat und die sich auf Lesbos intensiv um streunende Hunde und Katzen kümmert, vor meinem Aufenthalt gefragt, womit ich sie unterstützen könnte. Sie hat sich Antiparasitenmittel gewünscht. Zum Glück ist meine Freundin D. Tierärztin und hat eine Freundin, die bei Zoetis, einem großen Pharmakonzern für Veterinärprodukte, arbeitet. Zoetis war sehr, sehr großzügig und hat uns Mittel gegen Zecken, Flöhe und Würmer im Verkaufswert von über 4000 EUR gespendet. Rebecca war riesig froh, als ich ihr diese tolle Spende überreichen konnte. Ganz, ganz herzlichen Dank an Zoetis!♥


(Falls ihr euch vorstellen könnt, selbst einen Hund oder eine Katze aus Lesbos zu adoptieren, Rebecca sucht das ganze Jahr über immer wieder nach guten Plätzen für Tiere. Sie hat dazu eine eigene Facebook-Gruppe, in die sie euch gerne aufnimmt: Lesvos Stray Dog & Cat Adoptions) 

Zurück in Österreich hat mich der Alltag wieder, schade. Aber am vergangenen Wochenende habe ich schon mit dem Vernähen des Materials aus meinem Koffer begonnen.
Herzlichen Dank noch einmal allen Unterstützern!♥
Volunteering mit Lighthouse Relief kann ich wärmstens weiterempfehlen.


Verlinkt beim Creadienstag.